Kammerchor Collegium Vocale in der Rheinischen Post

Einsingübungen
Dehnübungen, Zwerchfellfesthalten und Mundgymnastik stehen bei jeder Probe des Collegiums Vocale vor Beginn des Stimmbandtrainings. Foto: Anja Tinter

Hilden: „Mumm“ in allen Stimmlagen (RP ONLINE, 24.05.2012) – titelt die Rheinische Post im Hildener Lokalteil. In der Serie über Chöre in Hilden wird diesmal „der neue, exquisite Kammerchor“ Collegium Vocale präsentiert – rechtzeitig vor dem Konzert „Mit Menschen- und mit Engelszungen“ am 16.Juni. Reporterin Uli Schmidt war bei der letzen Probe dabei und berichtet von ihren Gesprächen mit den Sängerinnen und Sängern, ihren Eindrücken vom Chor, den Einsingübungen und dem Gesang.

Zitat:

Mann, aber auch sangesfreudige Frauen sollten allerdings gut bei Stimme sein und die Bereitschaft haben, für ein höheres Niveau viel zu üben, um mit diesen Vokal-Musikern aufzutreten… So ein ganz lockeres „Mmmmmm“ plus Vokalerweiterung in allen Stimmlagen gibt zum Schluss tatsächlich „Mumm“: Und zwar für so ein schönes Lied wie „The Lord bless You and keep You“ von John Rutter, das bei der Probe am Altar noch mehr berührt.

Wir danken für das Interesse und den Bericht!

Weitere Berichte aus der Serie bei RP Online:

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Zur Lage der Chormusik in Hilden und Umgebung

Der Hildener Chor Almrausch löst sich auf; darüber berichtet die Rheinische Post Hilden: Abgesang auf einen alten Chor (RP ONLINE, 25.02.2012)  und fragt im Leserforum:

Singen Sie in einem Chor? Oder sind Sie gerne Zuhörer? Welche Chormusik mögen Sie besonders? Sollte mehr zur Förderung des Chorgesangs getan werden?

Unser Tenor Stephan Küpper hat darauf geantwortet und wird am 29.2.2012 in der Rheinischen Post, Lokalteil Hilden, S. D4 zitiert:

Während manche Chöre sich auflösen, gibt es an anderen Stellen Neugründungen. Seit ungefähr 2 Jahren singe ich im Kammerchor „Collegium vocale“ unter der Leitung von Volker Dax an der evangelischen Friedenskirche in Hilden (www.KammerchorHilden.de). Dieser Chor hat sich gegründet, um im kleinen Kreis gute Musik auf hohem Niveau machen zu können. Fast jeder singt noch in einem oder mehreren anderen Chören mit, wo er oder sie aber häufig nicht die eigenen Möglichkeiten ausschöpfen kann. Insofern ist ein Kammerchor vielleicht ein etwas elitäres Ensemble, aber für ambitionierte Laien, denen die Musik wichtig ist, eine gute Alternative.

Zum Chor gehören zur Zeit ungefähr 18 Sängerinnen und Sänger. Das Durchschnittsalter des Chors liegt bei Anfang 40, die Sängerinnen und Sänger sind zum größten Teil berufstätig. Daher nimmt die eigentliche Probenarbeit nur relativ wenig Zeit ein (im Durchschnitt zwei Stunden alle 14 Tage). Weil die Vorbereitung auf die Proben weitgehend selbstständig geschieht, sind die Proben aber umso effizienter. Der zeitliche Aufwand ist daher vertretbar, vor allem im Verhältnis zum Ergebnis.

Auch wenn uns nicht wirklich Nachwuchssorgen plagen, können wir doch noch einige gute Sängerinnen und Sänger, vor allem Männerstimmen, gebrauchen, um unser Ziel zu erreichen, auch 6-8 stimmige Literatur aufführen zu können.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: auch für „klassische“ Chöre ist Interesse und Potenzial vorhanden. Es gibt eine Reihe guter Sängerinnen und Sänger, die bereit sind, sich zu engagieren, aber auch entsprechende Ansprüche an das Niveau des Chores stellen. Hier scheint es eher zu viele Chöre zu geben, was ja auch dadurch bestätigt wird, dass viele von uns noch anderswo aktiv sind – und das auf unterschiedlichstem Niveau. Übrigens zeigt sich das auch bei der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten.

Schütz-Exequien: Nachlese

Nach unserem letzten Konzert (6.11.2011, Exequien von Heinrich Schütz in der Reformationskirche Hilden) schrieb Astrid Schoene in der Rheinischen Post, 8.11.2011:

„Manche Konzerte sind wie eine Umarmung. In ihnen findet die Musik zu sich selbst und der Zuhörer zur Musik. Ein solches Konzert erfüllte am Sonntag die dicht bis zur Empore besetzte Reformationskirche.  Geleitet von Volker Dax, zelebrierten der Evangelische Chor Hilden, das Collegium Vocale, das Kammerorchester Sinfonietta und ein vorzügliches Solisten-Quintett ein bewegendes geistliches Konzert…

Wie homogen und gut Chöre, Musiker und Solisten besetzt waren, zeigte sich im Hauptwerk des Abends. Die „Musikalischen Exequien“ vom frühbarocken Meister Heinrich Schütz berührten Seele und Herz. Komponiert für die Begräbnismesse eines Fürsten, ist es das älteste „Deutsche Requiem“, mit einer besonderen Sprache der Melodik, die den Sinn von Bibeltexten hörbar macht. Der junge Dirigent Volker Dax führte so behutsam wie eindringlich seinen Chor zu sicheren Einsätzen. Und er verstand es, die Melodiebögen schön auszugestalten und die Spannung dieser 370 Jahre alten Musik zu halten. Cello, Bass und Orgel untermalten geschmeidig, ohne zu dominieren.

„Nacket bin ich vomMutterleibe kommen“, hieß es zu Beginn dieser Totenmusik – ein wunderschön getragener und schwebender Gesang. Weich getönte Farbigkeit entfaltete sich im „Herr, erbarme dich über uns“. Und auf den Eisflächen dieser Traurigkeit zog musikalisch der Glaube an die Auferstehung sanft und innig vorüber. Im filigranen Netz der Chorstimmen verwoben, leichteten die Solostimmen (Desiree Brodka und Sophia Bart, Sopran; Jonas Weyers, Altus; Lothar Blum, Tenor und das Bass Matthias Zangerle). Wunderbar gesungen und gespielt auch die doppelchörige Motette „Herr, wenn ich nur dich habe“. Der Gegensatz Himmel und Erde im letzten Teil, bei dem die Solisten im Seitenschiff sangen, schaffte eine Atmosphäre der Losgelöstheit. Mit langem Beifall dankte das Publikum.

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